Firmengründung Österreich 2026: 10 000 Euro Kapital, ein Notar ohne Umweg und flache 23 %
Firmengründung Österreich: GmbH-Kapital auf 10 000 Euro gesenkt, flache 23 % Körperschaftsteuer, Mindeststeuer auch im Verlustjahr — und die neue FlexCo.
Österreich war jahrelang der teurere, förmlichere Nachbar Deutschlands ohne dessen Marktgrösse, die das gerechtfertigt hätte. Dann senkte es 2024 das Mindestkapital für die GmbH von 35 000 auf 10 000 Euro und führte die FlexCo für Start-ups ein. Die Jurisdiktion ist jetzt einen Blick wert — sofern man versteht, was unverändert blieb.
Kurzfassung. Eine österreichische GmbH braucht 10 000 Euro Stammkapital, 2024 von 35 000 Euro gesenkt, wovon mindestens 5 000 Euro vor der Eintragung bar einzuzahlen sind. Die Körperschaftsteuer beträgt 2026 flach 23 %, und eine Mindestkörperschaftsteuer von rund 500 Euro jährlich fällt auch in Verlustjahren an. Die Gründung dauert etwa ein bis drei Wochen. Der Gesellschaftsvertrag muss ein Notariatsakt sein, den österreichische Notare seit 2022 auch per Video errichten können, mit elektronischer Einreichung ins Firmenbuch. Die Gerichtsgebühr liegt bei rund 216 Euro zuzüglich 34 Euro Eingabegebühr, und echte Neugründungen können nach dem NeuFöG davon befreit werden.
So gründen Sie in Österreich
- Gesellschaftsvertrag als Notariatsakt errichten und beurkunden — persönlich oder per Video mit einem österreichischen Notar.
- Firmenkonto eröffnen und mindestens 5 000 Euro bar einzahlen, mit Bankbestätigung.
- Notariatsakt und Antrag elektronisch beim Firmenbuch des zuständigen Gerichts einreichen. Bei Anspruch NeuFöG-Befreiung geltend machen.
- Nach der Eintragung die steuerliche Registrierung beim Finanzamt für Steuernummer und UID abschliessen und die nötige Gewerbeberechtigung einholen.
Die FlexCo ist das Interessante
Die 2024 eingeführte FlexKapG steht neben der GmbH und richtet sich direkt an Start-ups. Sie existiert, weil die GmbH für Unternehmen, die Mitarbeiterbeteiligungen ausgeben und mehrere Finanzierungsrunden durchlaufen, schlecht passte.
Wer ein Betriebsunternehmen mit gewöhnlicher Eigentümerstruktur gründet, bleibt bei der GmbH; sie ist Banken und Geschäftspartnern vertrauter. Wer ein risikokapitalfinanziertes Unternehmen mit Mitarbeiterbeteiligung und Finanzierungsrunden aufbaut, sollte die FlexCo mit dem Berater ausdrücklich ansprechen, denn genau dafür wurde sie gebaut und die GmbH nicht.
Die Mindeststeuer, die niemand einplant
Die Körperschaftsteuer beträgt flach 23 %, unverändert seit 2024. Gewinnausschüttungen an natürliche Personen tragen zusätzlich 27,5 % KESt — was beim Vergleich mit Jurisdiktionen, die nur den Körperschaftsatz nennen, sehr ins Gewicht fällt.
Das Detail, über das man stolpert, ist die Mindestkörperschaftsteuer: rund 500 Euro jährlich für eine GmbH, fällig auch in einem Verlustjahr. Für eine ruhende oder vorumsatzliche Gesellschaft ist das ein Dauerposten, der unabhängig davon anfällt, ob jemand hinsieht.
Der Notar ist Pflicht, das Hindernis ist die Bank
Der Gesellschaftsvertrag verlangt einen Notariatsakt. Anders als in Estland oder Grossbritannien gibt es keinen Selbsteinreichungsweg. Seit 2022 können österreichische Notare Akte errichten und Unterschriften per Video beglaubigen, mit elektronischer Firmenbuch-Einreichung, sodass die Pflicht keine Reise bedeuten muss — rechnen Sie mit KYC und Identitätsprüfung beim Notar. Ein vereinfachter elektronischer Weg ohne Notar existiert, richtet sich aber an in Österreich ansässige Einzelgründer.
Das wiederkehrende Problem für Gründer ausserhalb des EWR ist die Bank. Österreichische Banken können bei Fernkontoeröffnungen langsam oder zurückhaltend sein, und da 5 000 Euro vor der Eintragung eingezahlt und bestätigt sein müssen, stoppt eine unwillige Bank den gesamten Prozess.
Geschäftsführer, Gewerbeberechtigung und Prüfung
Mindestens ein Geschäftsführer ist erforderlich, ohne österreichisches Wohnsitz- oder Staatsangehörigkeitserfordernis, sodass ein nicht ansässiger Ausländer die Rolle übernehmen kann.
Der Haken liegt eine Ebene tiefer. Für die separate Gewerbeberechtigung kann ein gewerberechtlicher Geschäftsführer mit Wohnsitz im EWR nötig sein. Das Gesellschaftsrecht verlangt keinen ansässigen Geschäftsführer; das Gewerberecht kann es. Das ist dieselbe Falle wie in Liechtenstein und sollte für Ihre konkrete Tätigkeit geprüft werden, bevor Sie eine vollständig nicht ansässige Struktur voraussetzen.
Die Prüfung ist für kleine Gesellschaften kein Thema: Eine kleine GmbH ist befreit, sofern kein Aufsichtsrat zwingend ist, wobei klein bedeutet, dass zwei von drei Schwellen nicht überschritten werden — 6,25 Mio. Euro Bilanzsumme, 12,5 Mio. Euro Umsatz und 50 Mitarbeitende, angepasst ab dem Geschäftsjahr 2024.
Für wen sich das wirklich eignet
Für Gründer, die eine glaubwürdige, vollständig EU-basierte Betriebs- oder Holdinggesellschaft mit Binnenmarktzugang wollen und mit 23 %, notariellen Förmlichkeiten und moderaten Gründungskosten leben. Wien ist eine wirklich gute Basis für Operationen in Mittel- und Osteuropa, und die Kapitalsenkung 2024 hat den Hauptgrund beseitigt, Österreich sofort abzutun.
Für ein reines Niedrigsteuerspiel verliert es weiterhin: Das benachbarte Ungarn erhebt 9 %, Estland nichts bis zur Ausschüttung. Für Holdingstrukturen haben die Niederlande und Luxemburg die tiefere Praxis bei der Schachtelbefreiung. Österreich gewinnt, wenn Sie tatsächlich in Österreich sein wollen.
Die vollständige, datierte Referenz dazu: Firmengründung in Austria.
Häufige Fragen
Wie viel Kapital braucht eine österreichische GmbH?
10 000 Euro Mindeststammkapital, 2024 von 35 000 Euro gesenkt, wovon mindestens 5 000 Euro vor der Eintragung bar einzuzahlen sind. Die Bank stellt eine Bankbestätigung aus, die für die Firmenbuch-Einreichung erforderlich ist, sodass das Firmenkonto vor der Gesellschaft bestehen muss. Seit 2024 steht zudem die leichtere FlexCo beziehungsweise FlexKapG zur Verfügung, die sich an Start-ups richtet, welche Mitarbeiterbeteiligungen ausgeben und Finanzierungsrunden durchlaufen wollen — beides handhabt die klassische GmbH schlecht.
Wie hoch ist die Körperschaftsteuer in Österreich?
Flach 23 % im Jahr 2026, unverändert seit 2024. Zwei Ergänzungen sind für Vergleiche wichtig. Eine Mindestkörperschaftsteuer von rund 500 Euro jährlich fällt bei einer GmbH auch in Verlustjahren an, sodass eine ruhende Gesellschaft weiterhin belastet wird. Und Gewinnausschüttungen an natürliche Personen tragen zusätzlich 27,5 % Kapitalertragsteuer — der Vergleich Österreichs mit Jurisdiktionen, die nur den nominalen Körperschaftsatz nennen, unterschätzt die Gesamtbelastung auf das beim Gesellschafter ankommende Geld.
Muss ich für die Gründung nach Österreich reisen?
Nicht zwingend. Der Gesellschaftsvertrag muss ein Notariatsakt sein, doch seit 2022 können österreichische Notare Akte errichten und Unterschriften per Video beglaubigen, mit elektronischer Einreichung ins Firmenbuch, sodass die notarielle Pflicht keine Reise erzwingt. Rechnen Sie dabei mit KYC und Identitätsprüfung durch den Notar. Ein vereinfachter elektronischer Weg ohne Notar existiert, richtet sich aber an in Österreich ansässige Einzelgründer. Das praktische Hindernis für Gründer ausserhalb des EWR ist die Bank, die bei Fernkontoeröffnungen langsam oder zurückhaltend sein kann.
Braucht eine österreichische Gesellschaft einen ansässigen Geschäftsführer?
Gesellschaftsrechtlich nein. Mindestens ein Geschäftsführer ist erforderlich, ohne österreichisches Wohnsitz- oder Staatsangehörigkeitserfordernis, sodass ein nicht ansässiger Ausländer die Rolle übernehmen kann. Die Anforderung kann über das Gewerberecht kommen: Für die separate Gewerbeberechtigung kann je nach Tätigkeit ein gewerberechtlicher Geschäftsführer mit Wohnsitz im EWR nötig sein. Das ist ein von der Firmenbuch-Eintragung getrenntes Regime und sollte für die konkrete Tätigkeit geprüft werden, bevor man annimmt, dass eine vollständig nicht ansässige Struktur praktisch funktioniert.
Was kostet eine Firmengründung in Österreich?
Die Firmenbuch-Eintragung kostet rund 216 Euro für den Eintrag zuzüglich etwa 34 Euro Eingabegebühr, und echte Neugründungen können nach dem NeuFöG vollständig von diesen Gerichtsgebühren befreit werden. Notar- und Rechtsberatungskosten kommen separat hinzu und sind typischerweise der grössere Posten, da der Gesellschaftsvertrag als Notariatsakt zu errichten ist. Hinzu kommen 10 000 Euro Stammkapital mit 5 000 Euro Bareinzahlung vor der Eintragung sowie die jährliche Mindestkörperschaftsteuer von rund 500 Euro, die auch in Verlustjahren anfällt.
Was ist eine österreichische FlexCo und wer sollte sie nutzen?
Die FlexCo beziehungsweise FlexKapG wurde 2024 als leichtere Rechtsform neben der GmbH eingeführt und ist für Start-ups gedacht. Ihr Zweck ist es, zwei Dinge zu lösen, die die klassische GmbH schlecht abbildet: die Ausgabe von Mitarbeiterbeteiligungen und aufeinanderfolgende Finanzierungsrunden. Für ein gewöhnliches Betriebsunternehmen mit einfacher Eigentümerstruktur bleibt die GmbH der Standard und ist österreichischen Banken und Geschäftspartnern vertrauter. Für ein risikokapitalfinanziertes Unternehmen mit geplanter Mitarbeiterbeteiligung und Finanzierungsrunden lohnt es sich, die FlexCo mit dem Berater ausdrücklich anzusprechen.

Verfolgt, wo das Geld einer Familie beim Umzug tatsächlich landet — und wo eben still nicht.
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